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Tagungsrückblick

Tagungen | Kongresse | Symposien

Kongress "Migration und Urbanität"

13. - 15. Juni 2013 | Universität Basel

Migrationsbedingte Mobilität war seit jeher konstitutiv für die Entwicklung von Städten. Die Industrialisierung des 19. und 20. Jahrhunderts und die Entstehung großer Arbeitsmärkte in städtischen Zentren forcierten die regionale, insbesondere aus ländlichen Regionen, und die grenzüberschreitende, internationale Zuwanderung von Arbeiterinnen und Arbeitern auf der Suche nach einer gesicherten Existenz. Im Laufe der Industrialisierung entstanden in den Städten segregierte Arbeiterquartiere, in denen Zuwandererinnen und Zuwanderer unter zum Teil desolaten Bedingungen ihr Leben fristeten. Die Städte Europas wurden über Jahrhunderte von unterschiedlichen Migrationsbewegungen geprägt. Im Grunde sind Stadtentwicklung und Urbanität also ohne Migration kaum vorstellbar.

Stadtgeschichten sind daher immer auch Wanderungsgeschichten, in denen Migrantinnen und Migranten als neue ethnische Minderheiten auf vielfältige Weise (mit-)gestaltend und handelnd sichtbar werden. Die Präsenz der Migrantinnen und Migranten in der Stadt wird allerdings vielfach unter negativen Vorzeichen betrachtet. Denn wahrgenommen und als Problem thematisiert wird meist nur die Zuwanderung und Veränderung der schon als Problemviertel identifizierten Arbeiterviertel, die nun als Ausländerviertel in Verruf geraten und als Ghettos, ethnische Kolonien oder als Parallelgesellschaften etikettiert werden. Oftmals gelten sie als verlorene Territorien.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Internationale Migrationskonferenz mit dem Blick in die urbanen Wirklichkeiten und zeigt dabei anhand unterschiedlicher Kontexte auf, wie die urbanen Räume durch die betroffenen Menschen gestaltet, verändert oder auch wiederbelebt werden. Das Verhältnis von Migration und Urbanität wird im Rahmen der Konferenz aus verschiedenen disziplinären Perspektiven und in unterschiedlichen, insbesondere auch internationalen Kontexten diskutiert.

Veranstaltende:

  • Centre de Documentation sur les Migations Humaines (CDMH, Luxemburg)
  • Alpen-Adria-Universität, Fakultät für Kulturwissenschaften, Abteilung für Interkulturelle Bildung (Österreich)
  • Institut Integration und Partizipation IIP der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz (Schweiz)
  • Institut für Regional- und Migrationsforschung (IRM) (Deutschland)

Weitere Informationen:

Tagung "Migration bewegt... und bildet..."

4. und 5. Mai 2012 | Alpen Adria Universität Klagenfurt/Celovec | Zentralgebäude, Ebene 1, Raum Z.1.09

Weltweite Migrationsbewegungen gehören seit jeher zur Normalität. Zuwanderung war vor allem für die Entwicklung und Modernisierung der Städte ein konstitutives Element.

Wenn heute jedoch öffentlich über Migrationsfragen debattiert wird, kommt man schnell auf die so genannte "Ghettothematik", beklagt die Entwicklung von "Parallelgesellschaften" und erklärt die "multikulturelle" Stadt für gescheitert. Man spricht von Abschottungstendenzen migrantischer Gruppen und warnt vor Gewalt und islamischem Fundamentalismus. In letzter Zeit wird sogar über neue Assimilationskonzepte nachgedacht. Diese Form des Umgangs richtet ununterbrochen Grenzen auf, macht Menschen permanent als "Fremde" sichtbar und reduziert die Gesellschaft auf "Wir" und die "Anderen". Diese Umgangsweise ist nicht nur politisch fatal. Sie versperrt den Blick auf eine Vielzahl von Alltagsstrategien und auf die gesellschaftsverändernde Kraft von Migrationsbewegungen.

Der Beitrag von Migranten zur urbanen Kommunikation und Diversität kommt im öffentlichen Diskurs kaum vor - wenn überhaupt, dann als Abweichung von der hiesigen Normalität. So geraten migrationsgeprägte Viertel - manchmal sind es nur einzelne Straßenzüge - pauschal ins Gerede, werden zum Symbol einer verfehlten Integration stilisiert. Aus dieser Sicht ist es wenig erstaunlich, dass der Beitrag der Migration zur urbanen Kultur und Kommunikation bisher übersehen bzw. ignoriert wurde.

Ziel der Tagung ist es, neuere Perspektiven auf Migration, Diversität und Bildung zu diskutieren und migrationsgeprägte Entwicklungen genauer in den Blick zu nehmen. Ein Blick über österreichische Grenzen hinaus zeigt, dass ein pragmatischer Umgang, der Migration und Diversität als Ressource betrachtet, zeitgemäßer und erfolgsversprechender ist. Menschen, die migrieren, schaffen (kulturelle) Räume, die sich sowohl von denen unterscheiden, die verlassen, als auch von denen, die neu bezogen wurden. Zu dieser Fragestellung werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Bereichen eingeladen, die neue Sichtweisen auf die Thematik zeigen werden:

Weitere Informationen:

Programmfolder

Abstracts der Vorträge

Unterkünfte in Klagenfurt

Konferenzbegleitende Ausstellung:

"postmigrantisch bis mehrheimisch"

Konzept: Erol Yildiz, Marc Hill | Grafikerin: Alice Burger |Fotograf: Arnold Pöschl

Anmeldung:

Bis spätestens 29. April 2012 mittels Anmeldeformular, per Email tagungmig(at)aau.at oder Fax: 0043/463/2700-991204

Veranstaltende

Mitveranstalter

Kooperationspartner und -partnerinnen

  • Plattform Migration Villach
  • CIC-Carinthian International Club Kärnten
  • Freie Akademie der Bildenden Künste und Literatur Kärnten

Gefördert aus Mitteln der Österreichischen Forschungsgemeinschaft - Forschungsprogramm "Internationale Kommunikation"