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Weitere Forschungsaktivitäten

Aktuelle Forschungsprojekte

Bildungschancen und Einfluss sozialer Kontextbedingungen auf Bildungsbiographien von Care Leavern

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Stephan Sting

Mitarbeit: Maria Groinig, MA; Mag. Wolfgang Hagleitner; Thomas Maran, MsC; Mag. Andreas Varch, BA BA

Laufzeit: 1. April 2016 - 31. März 2018

Finanzierung: Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank, SOS Kinderdorf, Pro Juventute

Aus internationalen Studien ist bekannt, dass die Gruppe der "Care Leaver" im Hinblick auf Bildung und Berufseinmündung benachteiligt ist. Im Zuge des Forschungsvorhabens "Bildungschancen und der Einfluss sozialer Kontextbedingungen auf Bildungsbiografien von Care Leavern" wurden nun erstmals systematisch Bildung und Arbeitssituation der Care Leaver in Österreich beleuchtet. Für die auf eineinhalb Jahre anberaumte Studie wurden einerseits repräsentative, quantitative Daten zu Bildung, Ausbildung und Arbeitssituation von 20- bis 29-jährigen Care Leavern erhoben. Andererseits wurde in einer biografisch orientierten qualitativen Studie mit Hilfe von Interviews und Netzwerkanalysen geklärt, wodurch Care Leaver in ihrer Bildungslaufbahn behindert wurden, was ihnen Wege eröffnete und welchen Einfluss soziale Rahmenbedingungen auf die Bildungswege oder Bildungsbiografien dieser Personengruppe haben. Davon ausgehend wurden Perspektiven für mögliche Unterstützungsangebote für Care Leaver zur Verbesserung ihrer Bildungs- und Berufschancen entwickelt.

Die quantitative Teilstudie bestätigte auch für Österreich die international mehrfach belegte Bildungsbenachteiligung von Care Leavern, die daraus resultiert, dass im Jugendhilfekontext zwar die Erlangung von Pflichtschulabschlüssen und mittleren Berufsabschlüssen gefördert wird, dass höhere Bildungswege aber kaum in Betracht gezogen werden. Als zentrale Ressource für die Absolvierung längerer Bildungsgänge haben sich Peerbeziehungen in Form von Partnerschaften und Freundschaften herausgestellt, während Eltern oder professionelle Pädagog_innen eine deutlich geringere Rolle bei der Bildungsförderung spielen.

In der qualitativen Teilstudie wurden vertiefende Einsichten in die Wechselbeziehung von Bildungsverläufen und sozialen Kontextbedingungen des Aufwachsens erarbeitet. Angesichts der Erfahrung von Diskontinuitäten, Brüchen und Wechseln erlebten die Interviewteilnehmer_innen in den Jugendhilfeeinrichtungen häufig einen Mangel an sozio-emotionaler Zuwendung, was insbesondere im Jugendalter zu Auseinandersetzungen mit den Regeln und Vorgaben der Einrichtungen führt. Das lebensphasenspezifische Streben nach Eigenverantwortung, Autonomie und Selbstbestimmung hat eine Suche nach Unabhängigkeit zur Folge, was zu einer schnellen Berufseinmündung und dem Erwerb von eigenem Geld drängt. Die daraus resultierende selbstbestimmte Orientierung an Lehrberufen wird von den Fachkräften flankiert, die ebenfalls auf Lehrberufe hin orientieren und höhere Bildungswege in vielen Fällen für unrealistisch erklären. Während Eltern im Hinblick auf die Absolvierung von Bildungsgängen eher als Belastung denn als Unterstützung wahrgenommen werden, erleben junge Menschen mit Jugendhilfeerfahrung in schulischen Bildungsinstitutionen nach wie vor Abwertungen und Stigmatisierung. Als stabilste Quelle für soziale und emotionale Unterstützung im Hinblick auf die Absolvierung längerdauernder Bildungswege zeichnen sich auch in der qualitativen Untersuchung Peerbeziehungen ab.

Junge Menschen mit Jugendhilfeerfahrung erweisen sich trotz dieser Rahmenbedingungen des Aufwachsens als bildungsmotiviert. In einigen Fällen zeigt sich, dass sie nach dem Erstberuf einen weiteren Bildungsweg einschlagen oder dass sie nach biographisch bedingten Verzögerungen weiterführende Bildungswege beginnen. Ein Problem stellt in diesem Zusammenhang das frühe Betreuungsende dar. Nach dem Austritt aus der Jugendhilfemaßnahme sind Care Leaver auf sich alleine gestellt; sie müssen ohne familiäre und bisher in Österreich auch ohne professionelle Unterstützung zurechtkommen. Die Fallbeispiele machen deutlich, dass diese Situation Mehrfachbelastungen und weitere Verzögerungen im Bildungsweg mit sich bringt. Junge Menschen mit Jugendhilfeerfahrungen können infolge dessen ihre Bildungspotentiale häufig nicht in vollem Umfang zur Entfaltung bringen, was die Bildungsbenachteiligung perpetuiert.

Download: Projektbericht

Gewalt an Kärntner Kindern und Jugendlichen in Institutionen

Projektleitung: Assoc. Prof.in Dr.in Ulrike Loch

Mitarbeit: Mag. Alma ElezovicIngrid Lippitz, B.A. MAMag. Alexander Leitner, B.A.Mag. Elvisa ImsirovicJudith Arztmann, Bakk.

Kinder und Jugendliche wurden in der Vergangenheit Opfer von personaler und strukturaler Gewalt in Institutionen der Jugendwohlfahrt und der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Kärnten, wie die Arbeit der Unabhängigen Opferschutzkommission zeigt. Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit jenen Gelegenheitsstrukturen, die das Hervorbringen und Aufrechterhalten von Gewalthandlungen in Institutionen begünstigten. Dies geschieht aus Verantwortungsübernahme für die genannten Missstände und zugleich mit der Intention empirisches Wissen zu generieren, um die Arbeit der gegenwärtigen Kinder- und Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie stärker am (gesundheitlichen und sozialen) Wohlergehen und an der Bildung von Kindern und Jugendlichen ausrichten zu können.

Im Projektverlauf wurde das Forschungsprojekt außerdem um die Frage erweitert, welche Verantwortung der Universität Klagenfurt innerhalb des oben genannten Gewaltsystems zukam.

Aktivitäten:

  • Vortrag am 23.9.2016 | Loch, Ulrike / Elezovic, Alma: Gewalt an Kindern und Jugendlichen in pädagogischen und psychosozialen Organisationen. Vortrag im Rahmen der Jahrestagung der ÖFEB-Sektion Sozialpädagogik, Klagenfurt. Weitere Informationen
  • Poster anlässlich der Poster Session "Präsentation zu vergangenen und gegenwärtigen Forschungsprojekten" im Rahmen des Symposiums "Bildung - Gesellschaft - Diversität. 20 Jahre IfEB", 25.11.2016
  • Vortrag am 19.5.2017 | Loch, Ulrike / Elezovic Alma / Lippitz, Ingrid: Fremdunterbringung zwischen totaler Institution und innovativem Fachjargon. Perspektiven von Fachkräften auf sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendlichen. Vortrag im Rahmen der DGfE-Jahrestagung der Kommission Sozialpädagogik "Teilhabe durch*in*trotz Sozialpädagogik", Vechta, 18.-20.5.2017
  • Vortrag am 16.11.2017: Loch, Ulrike / Elezovic, Alma: Fachliche Perspektiven auf sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen in Institutionen der Fremdunterbringung. Vortrag im Rahmen der interdisziplinären Tagung "Jugend-Lebenswelt-Bildung. Perspektiven für Jugendforschung in Österreich", Innsbruck: https://www.uibk.ac.at/iezw/tagung-jugendforschung/programm/tagungsprogramm-innsbruck-20171110-tagungsmappe.pdf.
  • Vortrag am 17.11.2017: Loch, Ulrike / Imsirovic, Elvisa / Lippitz, Ingrid: Der Körper von männlichen Jugendlichen als Instrument sozialer Kontrolle und Ausgrenzung? Vortrag im Rahmen der interdisziplinären Tagung "Jugend-Lebenswelt-Bildung. Perspektiven für Jugendforschung in Österreich", Innsbruck: https://www.uibk.ac.at/iezw/tagung-jugendforschung/programm/tagungsprogramm-innsbruck-20171110-tagungsmappe.pdf.

Steuerungsgruppe:

  • Ärztekammer Kärnten, Fachgruppe Kinder und Jugendpsychiatrie - Dr. Winkler;
  • Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung - Assoc. Prof.In Dr.in Loch;
  • Klinikum Klagenfurt (KABEG), Abteilung für Neurologie und Psychiatrie des Kindes- und Jugendalters - Prim. Dr. Wladika;
  • Land Kärnten, Kinder- und Jugendanwaltschaft - Mag.a Liebhauser und Mag.a Laurer, Opferschutzkommission des Landes Kärnten, Leiterin - Dr.in Zeichen

Das Besondere dieser Arbeitsgruppe ist ihre interdisziplinäre Zusammensetzung (Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychologie, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Rechtswissenschaft). Dies bedeutet, an der Bearbeitung der Thematik sind Fachkräfte jener Fachdisziplinen beteiligt, die für das Arbeitsfeld relevant sind und die in der Vergangenheit das System struktureller Gewalt mithervorgebracht haben. Dies sind günstige Voraussetzungen für die praxisrelevante Aufbereitung und Verbreitung der Arbeits- und Forschungsergebnisse.

Kontaktadresse und Koordination: Amt der Kärntner Landesregierung, Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes Kärnten, Adlergasse 18, 9020 Klagenfurt, Tel.: 050 536/14806, kija(at)ktn.gv.at

Zurück nach Kärnten? Eine Studie zur sozialräumlichen Selbstverortung von jungen Erwachsenen aus Kärnten

Leitung: Univ.-Prof. Dr. Stephan Sting

Mitarbeit: Dr.in Sylvia Leitner

Laufzeit: Sept. 2012 - Sept. 2013

Die Studie soll mit qualitativen Methoden erfassen, was Heranwachsende aus Kärnten, die sich an der Schwelle von Ausbildung (Berufsausbildung, Studium) ins Erwerbsleben befinden, nach einer Phase der Orientierung und des Experimentierens zum Zurückkehren, Bleiben oder Weggehen bewegt. Es sollen Ansatzpunkte und Strategien abgeleitet werden, die die Chancen für junge Erwachsene erhöhen, nach einer Phase der Orientierung und Qualifikation die eigene Lebens- und Zukunftsplanung mit einer Lebensperspektive in Kärnten zu vereinbaren.

Professionelles Handeln bei Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung

Leitung: Assoc. Prof.in Dr.in Ulrike Loch

Laufzeit: 2010 - Dezember 2013

Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist eines der zentralen Themen der Jugendwohlfahrt. Die Mitarbeiter/innen von Jugendämtern übernehmen mit der Verdachtsabklärung bei Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe im Interesse des Kinder- und Jugendschutzes. Sie können in ihrer herausragenden Funktion immer wieder in Situationen kommen, in denen ihr Handeln von Seiten der medialen Öffentlichkeit, der Justiz und/oder von Angehörigen bzw. gesetzlichen Vertretern und Vertreterinnen der Kinder und Jugendlichen in Frage gestellt wird. Vor diesem brisanten Hintergrund soll in dem Forschungsprojekt den fachlich wie gesellschaftlich bedeutsamen Fragen nachgegangen werden, wie Mitarbeiter/innen der Jugendämter bei Verdacht auf familiale Gewalt ihre Interaktionen und Interventionen inhaltlich begründen, sie absichern und reflektieren? Ziele der ethnographischen Untersuchung sind die Erhebung und Weiterentwicklung der aktuellen fachlichen Handlungsstandards bei Hinweisen auf Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zur weiteren Professionalisierung des Handlungsfeldes der Jugendwohlfahrt zur Verbesserung des Kinder- und Jugendschutzes.